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Der KW Berg-Cup in St. Agatha: Top-Bergrennsport bei Kaiserwetter

Bessere äußere Bedingungen hätte sich der veranstaltende MSC Rottenegg für sein „EXCAPE Automobil Bergrennen Esthofen-St. Agatha“ kaum wünschen können. An beiden Tagen Sonne pur, die in der Früh die Nachtkühle schnell verdrängt. Und auch auf dem flüssig-schnellen 3,2-Kilometer-Asphaltband in Oberösterreich alsbald ein brauchbares Griplevel generiert. Am Übungssamstag sowieso, denn der beginnt in St. Agatha traditionell erst um 12:30 Uhr. Der Sonntag fordert die Aktiven dann ab 09:00 Uhr. Oder zumindest diejenigen, die früh aufstehen und gerne noch einmal probieren möchten. Denn an der dritten Trainingsauffahrt nehmen nicht alle teil. Das Rennen selbst beginnt ebenfalls um 12:30 Uhr, es stehen zwei Durchgänge auf dem Programm, deren Zeiten zum Schlussergebnis addiert werden. Wie immer werden in St. Agatha alle Beginnzeiten so exakt eingehalten, dass man die Uhr danach stellen könnte. Trotz einiger Vorfälle – die wir zum Teil später noch näher erwähnen wollen – ist der Ablauf zügig. An beiden Tagen startet die letzte Rückführung jeweils gegen 17:00 Uhr. Für die Nicht-St.-Agatha-Kenner unter uns müssen wir hier und jetzt noch unbedingt erwähnen, dass die Talfahrten dort etwas ganz Spezielles sind: Sie führen durch ein Heer von begeisterten Zuschauern, die dabei ganz nahe an ihre Lieblinge herandürfen. Unter dem Motto „eine Fahrbahnhälfte für die Rennautos, die andere für die Fans.“ Was bei den Aktiven ganz sicher immer wieder für ein echt prickelndes Gänsehaut-Feeling sorgt.

So, nach dieser kurzen Einstimmung nun zum aktuellen Geschehen auf der Strecke. Für die Freunde der Statistik sei noch kurz erwähnt, dass einschließlich des rot-weiß-roten Histo-Feldes, das genau wie die modernen Fahrzeuge nach Bestzeitwertung fährt, 168 Teilnehmer an den Start des Rennens gehen. Genau 160 Fahrerinnen und Fahrer beenden die Veranstaltung in Wertung.

Zu denen zählen auch alle drei 1150er Piloten. Wobei dies für einen davon echt am seidenen Faden hing. Oder korrekter ausgedrückt am Getriebe, das zwischendurch geöffnet werden musste, um eine gebrochene Schaltgabel zu ersetzen. Was gelang, von der Schaltbox aber im letzten Race-Heat wieder ignoriert wurde. Dennoch war Youngster Tobias Mayer zufrieden, hatte er doch bereits am Samstag mit seinem Ford Fiesta seine persönlichen Fahrzeit-Anforderungen mehr als deutlich unterboten. War zunächst von der 2-Minuten-Schallmauer die Rede, legte er sich die Latte später auf 1:50, blieb mit 1:43,06 (2. TL) klar darunter. Derweil beharkten sich an der Spitze Jörg Eberle im Fiat 127 Super und Thomas Stelberg im Schneider Polo 16V heftig. Jörg geigt gleich in der ersten Probeauffahrt gewaltig auf, markiert in dieser 1,150 Sekunden vor Thomas die Übungsbestzeit. Was dieser nicht auf sich sitzen lassen will, im Rennen dreht er den Spiess um. Reißt gleich zum Auftakt die Führung an sich, verteidigt diese dann im zweiten Heat. Das ist Klassensieg Nummer vier in der laufenden Saison für Thomas Stelberg, damit ist auch die 1150er Jahreswertung zugunsten von Thomas und dessen Teampartner Jürgen Schneider entschieden. Jörg Eberle wird 2,577 Sekunden hinter Thomas Stelberg Zweiter, ist auf dieser Position auch der 1,15-Liter KW 8V-Trophy Sieger. Der Getriebe geplagte Tobi Mayer beendet sein zweites Bergrennen überhaupt als Dritter.

Die 1400er KW Berg-Cup Abordnung präsentiert sich stark. Im international gemixten Feld der 15 Teilnehmer sind auf der Trainingsergebnisliste vier daraus ganz vorne zu finden. Armin Ebenhöh ist im Minichberger Scirocco 16V der flotteste der Übenden, er lässt Franz Weißdorn (TP2) etwas mehr als eine Sekunde hinter sich. Gerhard Moser (TP3) fehlen gut deren zwei auf die „Pole-Zeit“, viertschnellster ist Thomas Pröschel, alle eben Genannten sind auf 16-Ventil Polos unterwegs. Im Schneider Polo hat Nils Abb auf Klassenrang sechs bei den 8V‘lern die Spoilerlippe vorne, Frank Duscher ist in dieser Abteilung Zweiter, Klaus Streiberger Dritter. Der Sonntagnachmittag steht ganz im Zeichen von Armin Ebenhöh, er fährt zum nie gefährdeten Klassentriumph. Für Gerhard Moser ist es der Heim-Grand-Prix, das spornt ihn zusätzlich an. Nach Race-Heat eins ist Gerhard Zweiter, liegt 0,196 Sekunden vor dem Dritten, vor Franz Weißdorn. Puh, das wird eine megaspannende zweite Auffahrt geben! Hinter dem Trio an der Spitze folgt Thomas Pröschel auf der Vier mit leichtem Respektabstand, Nils Abb ist Fünfter. Ihm sitzt der schnelle Niederösterreicher Jakob Löffler mitsamt seinem Suzuki Swift GTi im Nacken, es geht um 108 Tausendstel. Im finalen zweiten Run büßt Gerhard Moser 46 Tausendstel ein, Franz Weißdorn dagegen findet 0,753 Sekunden. Damit ist Franz Zweiter, Gerhard um etwas mehr als vier Zehntel zurück Dritter. Auch dahinter tut sich noch einiges: Thomas Pröschel kann seine Leistung aus Lauf eins nicht mehr wiederholen, ist plötzlich 1,811 Sekunden langsamer. Nils Abb und Jakob Löffler greifen dagegen nochmals voll an, hetzen sich weiterhin mit Hundertstel-Abständen den Berg hinauf. Und wieder hat Nils das bessere Ende für sich, er ist 26 Tausendstel eher im Ziel als der Suzuki Pilot. Fast synchron sind die beiden auch an Thomas Pröschel vorbeigeflogen, verweisen diesen auf die Sechs. Ehrenplatz vier gehört Nils Abb, Jakob Löffler tritt die Heimreise als Fünfter an. In der 1,4-Liter KW 8V-Trophy hat das Trainingsresultat auch im Rennen Bestand. Wisst ihr es noch auswendig? Gut! Es gewinnt Nils Abb, Platz zwei geht an Frank Duscher, Klaus Streiberger wird Dritter.

Wir geben 200 Kubikzentimeter dazu, widmen uns den verbesserten Tourenwagen bis 1,6-Liter Hubraum. Von denen 13 das Training aufnehmen, im Rennen sind dann noch 12 dabei. Im Citroen Saxo gilt der Niederösterreicher Manuel Michalko als Top-Favorit. Doch im ersten Probegalopp spielt seine Elektronik verrückt, nach wenigen Metern ist Schluss. Erst im zweiten Übungsdurchgang ist Manuel wieder dabei. Aber derweil hat sich Manfred Schulte im Citroen Nemeth AX Kit Car bestens auf die Highspeed-Piste eingeschossen, schnappt sich die imaginäre „Pole-Position“, verteidigt diese am Sonntagvormittag erfolgreich. Manuel Michalko sorgt dafür, dass die erste Startreihe zur reinen Citroen Angelegenheit wird, er ist 0,867 Sekunden zurück Zweiter. Es folgen drei VW. Im Golf 16V ist der aus dem Ötscherland stammende Christian Speckl Dritter, André Stelberg im 16-Ventiler Corrado, in dem jetzt ein Minichberger-Herz schlägt, Vierter. Auf die Fünf sprintet Valentin Schneider im TSM Golf 16V. Habe ich schon erwähnt, dass die Ränge drei bis fünf innerhalb von 0,555 Sekunden zusammenliegen? Nein? Na gut, dann habe ich dies hiermit erledigt. Zum Rennstart zieht Manuel Michalko alle Register, setzt sich im D-Zug Tempo an die Spitze. Deutlich absetzen kann er sich aber nicht, Manfred Schulte ist 1,003 Sekunden hinter ihm Zweiter. Allerdings muss der auch in den Rückspiegel schauen, denn André Stelberg kommt bei seinem zweiten St. Agatha Auftritt – der erste liegt fünf Jahre zurück – immer besser zurecht, ist nur 337 Tausendstel hinter Manfred Dritter. Auch im restlichen Feld ist es spannend. Valentin Schneider beansprucht Position vier für sich, kann Christian Speckl aber nur ein Hundertstel abnehmen. Das ist nicht unbedingt das, was man einen beruhigenden Vorsprung nennt. Trotz der Minimal-Abstände agieren die 1600er-Jungs auch im Schlussdurchgang nervenstark, keiner erlaubt sich den geringsten Patzer. Die Top-Fünf aus Heat Nummer eins bleiben unverändert bestehen. André Stelberg verringert den Abstand zu Manfred Schulte noch bis auf 214 Tausendstel, Valentin Schneider vergrößert seinen Vorsprung auf Christian Speckl auf etwas über eine Sekunde. Wolfi Glas wird mit seinem 20V-Minichberger Golf Sechster. Wie in Unterfranken pilotiert Michael Rauch den 1,6-Liter Kadett von Teampartner Stefan Faulhaber. Und wie in Eichenbühl hat er auch in St. Agatha nicht wirklich Glück. Diesmal ist es der Hinterachs- oder Diff-Bereich, der Sorgen macht. Aber alles hält durch, Michael rettet sich über die Distanz, sichert als Siebter noch wichtige Mannschaftspunkte. Fehlt uns nur noch der 1,6-Liter KW 8V-Trophy Gewinner. Der heißt auch in Österreich einmal mehr Benedikt Schulte im Citroen AX Sport.

41(!) Teilnehmer haben sich für die 2-Liter Klasse angemeldet. In 1:19,794 gelingt Christopher Neumayr im Ford Escort IRS 16V bereits am Samstag die Topzeit des Trainings. Zwei 16-Ventiler Kadett C-Coupés kommen ihm am nächsten. Dies sind Dirk Preisser als Zweiter (+0,907 Sek./TL3) und Patrik Nickel (TP3/TL3), der 1,474 Sekunden mehr benötigt als Christopher. Trainingsvierter ist Jürgen Halbartschlager im Golf 16V, Publikumsliebling Hermann Blasl (Kadett 16V) ist auf der Übungsfünf zu finden. Am Sonntagmorgen hoffen die Fans auf eine weitere Verbesserung von Christopher Neumayr. Doch daraus wird nichts, sein rund 310 PS leistender Motor spielt nicht mehr mit, das ist das frühe Aus für den Salzburger. Den Sprung unter die Übungs-Top-Ten schaffen aus der KW Berg-Cup Truppe auch Marco Fink im BMW 320si WTCC als Sechster, der mit hartnäckigen Aussetzern am Renault Williams Wiebe Laguna kämpfende Björn Wiebe auf der Neun sowie Bernd Ehrle mit seinem 8-Ventiler Krause Kadett als Zehnter. Rennlauf eins geht knapp an Patrik Nickel (P1), er hat für die 3,2 Kilometer 9 Hundertstelsekunden weniger benötigt als Jürgen Halbartschlager. Als Dritter mit 0,779 Sekunden Rückstand liegt auch Dirk Preisser durchaus noch in Schlagdistanz zum Leader. Gleich hinter ihm sprintet Marco Fink ins Ziel, er liegt nur 165 Tausendstel hinter Dirk und damit weniger als eine Sekunde hinter dem Führenden. Hm, da könnte doch noch etwas gehen? Erwähnen wir noch schnell den Fünften, das ist der Steirer Diethard Sternad im Alfa Romeo 156 STW, der seinerseits unter Druck von Hermann Blasl (P6) steht. Und wo bitte ist denn Björn Wiebe? Tja, für den kommt es knüppeldick. Am Start scheint der Laguna, an dem zwischendurch einiges probiert, kalibriert, eingestellt und getauscht wurde, wieder prima zu funktionieren. Doch zwischen der berüchtigten Steinmauer-Passage und dem Ziel rollt der Renault aus. Erste Diagnose: Ein Elektrikdefekt hat ihn lahmgelegt, im Finale fehlt er ganz. In diesem großen Showdown wächst einer über sich hinaus, treibt sein Auto kompromisslos den Berg hinauf, wird als einziger des Führungstrios schneller. Und so wird aus 9 Hundertsteln Rückstand ein Siegervorsprung von 0,549 Sekunden für „Golfer“ Jürgen Halbartschlager. Patrik Nickel begleitet ihn als Zweiter aufs Podium, Dirk Preisser tut dies als Dritter. Beide sind im zweiten Run langsamer geworden, Patrik deutlich und Dirk minimal. Auch auf den Ehrenrängen findet ein Platztausch statt. Denn während Didi Sternad noch 124 Tausendstel findet, büßt Marco Fink 1,01 Sekunden ein. Und schon ist „Alfisti“ Diethard Vierter, BMW-Marco 162 Tausendstel hinter ihm Fünfter. Hermann Blasl bleibt Sechster. Der das ganze Wochenende über beständig schneller gewordene Stefan Faulhaber fährt sich im Briegel Kadett noch bis auf die Sieben nach vorne. Damit verdrängt er Roland Eder (VW Golf GTi 16V) auf die Acht sowie den immer noch mit technischen Nickligkeiten an seinem BMW 320iS kämpfenden Patrick Orth auf die Neun. Franz Roider verteidigt im ex-Christian-Auer Ford Mondeo STW V6 seinen zehnten Rang aus dem ersten Heat erfolgreich. Der 2-Liter KW 8V-Trophy Sieger heißt in St. Agatha Stefan Faulhaber. Damit hat er auch den Sack in der Jahreswertung für sich und seinen Teamkollegen Michael Rauch endgültig zugemacht. Bernd Ehrle fährt seinen Krause Kadett in Oberösterreich auf Rang zwei, Dritter wird Christian Dümler im VW Golf II. Position vier ist die Angelegenheit von Alexander Pleier im Kadett C-Coupé, Fünfter der Sonderwertung in Rot wird Opel B-Ascona Pilot Roland Christall.

In Österreich gibt es bei den stark verbesserten Tourenwagen (TW) oberhalb von 2000 Kubikzentimeter nur mehr eine Klasse, die in Deutschland übliche Stufe bis 3-Liter fehlt. Dem entsprechend hat die Mehrzahl der über 2-Liter KW Berg-Cup’ler in St. Agatha einen sehr schweren Stand. Allerdings wird gleich im ersten Trainings-Heat einer der rot-weiß-roten Favoriten von der Technik ausgebremst: Der VW Golf Rallye TFSI-R von Karl Schagerl verliert im Ölfilterbereich seinen Schmierstoff. Das nimmt der Motor grundlegend übel, er kehrt prompt sein Innerstes nach außen. Aber über Nacht wird er von der Schagerl Truppe mit Unterstützung von Motorenbauer Peter Ramler neu aufgebaut, in der dritten Übungsauffahrt ist der Rallye Golf wieder mit von der Partie. Die Bestzeit setzt aber ein anderer Turbo-Allradler: Werner Karl im Audi S2-R Quattro. Porsche Mann Herbert Pregartner übt im 911 GT2 RSR nur am Samstag. Das reicht für Rang zwei, 0,442 Sekunden hinter Werner Karl und 125 Tausendstel vor dem überraschend starken Thomas Holzmann (TP3) im Mitsubishi Lancer Evo 9. Felix Pailer ist im Lancia Integrale Vierter, Karl Schagerl Fünfter. Noch zwei weiteren KW Berg-Cup Aktiven gelingt der Sprung unter die Übungs-Top-Ten. „Lancisti“ Norbert Handa katapultiert sich auf die Sechs, Günter Göser ist im 2,4-Liter 16V Böhm Kadett Neunter im 19 Teilnehmer umfassenden Feld der Superboliden. Im ersten Race-Heat ist Herbert Pregartner exzellent unterwegs. Mit 1:15,848 geht er an die Spitze, kann sich um 1,215 Sekunden vom Zweiten absetzen. Das ist Thomas Holzmann, der Karl Schagerl (P3) um 39 Hundertstel hinter sich halten kann. Der kämpft nicht nur gegen die Müdigkeit nach der Nachtschicht, sondern muss auch erst den unmittelbar vorher erfolgten heftigen Abflug seines Angestellten Markus Hochreiter im Seat Ibiza am Anfang der Steinmauer verdauen. Werner Karl ist auf Position vier zurück gerutscht, allerdings beträgt sein Rückstand auf Karl Schagerl nur ganze 97 Tausendstel. Norbert Handa ist Fünfter, Günter Göser Neunter und Helmut Knoblich im Schirra Mini Cooper S Zehnter. Der finale zweite Durchgang bringt noch eine so nicht unbedingt erwartete Wende. Für „Pre“ Herbert Pregartner bleiben die Uhren nun bei 1:17,375 stehen, das ist eine satte Differenz zum ersten Heat. Zugleich will es Karl Schagerl nun genau wissen, für ihn geht es außer um die Tageswertung auch um seinen möglichen dritten Berg-Staatsmeistertitel. Warum denn die Entscheidung bis zum letzten Lauf im italienischen Cividale aufschieben? Karl gibt beherzt Vollgas, sprintet nun in 1:15,202 über die 3,2 Kilometer. Das reicht, der St. Agatha E1-Sieg und damit der Staatsmeistertitel sind sein. Herbert Pregartner als Zweiter und Thomas Holzmann als Dritter komplettieren das Podium. Werner Karl bleibt genauso auf Rang vier wie Norbert Handa auf Position fünf. Nachträglich stellt dieser fest, dass der Ladedruck seines Lancia Delta Integrale Evo nur auf dem ersten Streckenteil im gewünschten Bereich liegt, im superschnellen oberen Abschnitt geht er mehr und mehr zurück. Günter Göser (P9) und Helmut Knoblich (P10) halten ihre tollen Plätze aus dem ersten Lauf. Alexander Bärtl ist mit seiner Opel Nemeth C-Kadett Limousine auf Klassenrang dreizehn auch der KW 8V-Trophy Gewinner der Abteilung über 2-Liter. Auf der Sonderwertungszwei läuft BMW 2002 tii Alpina Pilot Karl-Heinz Schlachter ein, Dritter der roten Startnummern wird Werner Walser (C-Kadett Limousine).

E2-Silhouetten Boliden gibt es in St. Agatha reichlich. Zehn insgesamt, 7 davon in der Klasse über 2000 Kubikzentimeter. Unter diesen will Holger Hovemann die KW Berg-Cup Fahne hochhalten. Ein Unterfangen, das beinahe schon vor dem ersten Übungsdurchgang scheitert. Beim Warmlaufenlassen des Motors im Team-Zelt tritt plötzlich massiv Öl aus. Irgendwie scheint St. Agatha 2016 die Veranstaltung der unerwünschten Ölquellen zu sein. Bei Holgers Opel Kadett GT/R Risse V8 ist es aber nicht das Triebwerk selbst, das Probleme bereitet. Sondern der Kühler für das lebenswichtige Schmiermittel. Über Lautsprecher wird um Hilfe gebeten, das klappt schlussendlich. Rechtzeitig zum letzten Trainingslauf ist das „Monschter“ dicht. Und schnell obendrein, Holger setzt auf Anhieb die zweitbeste Zeit, 1,462 Sekunden hinter Hannes Zenz, der seinen Mitsubishi Lancer Evo 9 sehr engagiert und gekonnt bewegt. Nach hinten hat Holger reichlich Luft. Denn der Dritte der Probedurchgänge, Bernhard Lenz im BMW M3 E36, liegt über 7 Sekunden zurück. Im ersten Race-Run gelingen Holger 1:16,943, damit zoomt er sich bis auf 404 Tausendstel an Hannes Zenz heran. Auf der drei liegt nun Kemal Hasic (Subaru Impreza STI), allerdings fehlen diesem satte 7,293 Sekunden auf Holger. Kann der vielleicht sogar den führenden Mitsubishi noch abfangen? Holger muss vorlegen, aber diesmal benötigt er 0,658 Sekunden mehr bis ins Ziel hinauf. Hannes Zenz startet als letzter der E2-SH Autos. Er wächst über sich hinaus und gibt noch einmal alles, wird schneller. Um 503 Tausendstel, sichert damit seinen Klassensieg ab. Holger bleibt unangefochten Zweiter, Kemal Hasic wird Dritter.

Die Tourenwagen-Gesamtwertung ist ein Abziehbild der E1 über 2000 Kubik, der große Gewinner ist Karl Schagerl vor Herbert Pregartner als Zweitem und Thomas Holzmann auf der Drei. Die Ehrenplätze gehen an Werner Karl (TW-P4) sowie an Norbert Handa als TW-Fünftem.

Tja, meine lieben KW Berg-Cup Fans und Freunde, damit ist es soweit, nur mehr ein Lauf zum NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup steht uns in diesem Jahr noch ins Haus. Und dies bereits am kommenden Wochenende, in der Nähe von Augsburg, im 2015 schmerzlich im Kalender vermissten Mickhausen. Dort werden die allerletzten noch offenen Entscheidungen in der Jahresendwertung fallen. Die brandneuen Stände nach St. Agatha sagen uns, dass z.B. der 1600er Sieger noch nicht endgültig fest steht. Dies gilt auch für die Rookie Wertung, in der der momentan zweitplatzierte Austria-Express Herbert Pregartner im Finale beste Chancen besitzt, den bisherigen Langzeit-Leader Alexander Bärtl auf der Zielgeraden doch noch zu überholen. Auch die Positionen hinter den jeweiligen Siegern sind noch nicht fest vergeben, hier wird ganz sicher versucht durch exzellente Leistungen noch Feintuning zu betreiben. Da sollten wir doch auf jeden Fall dabei sein, beim großen Saisonabschluss der beiden oben genannten Rennserien des Berg-Cup e.V., des FIA Int. Hill Climb Cups sowie der Deutschen Berg-Meisterschaften. Denkt mir bitte an zwei Dinge: Erstens: Am Montag nach Mickhausen ist in Deutschland ein Feiertag, der sich super für eine entspannte Heimreise oder auch zum Relaxen nutzen lässt. Und zweitens: Die Winterpause wird sehr, sehr lang sein. Erst Ende April startet die 30. KW Berg-Cup Saison. Also heißt es jetzt unbedingt noch so viel an faszinierendem, packendem, spannendem Bergrennsport mitzunehmen wie nur irgendwie möglich, Gänsehaut-Feeling Momente inklusive. Mickhausen wird all das bieten. Wir sehen uns doch dort? Der KW Berg-Cup und ich freuen uns schon riesig darauf. Also bis bald!

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