Die Überschrift passt leider nicht nur zum Geschehen auf der hochselektiven, vom Saarland nach Rheinland-Pfalz führenden 2,6-Kilometer-Piste, sondern darüber hinaus auch zu diversen Dingen in deren Umfeld. Um 08:30 Uhr soll Trainingslauf Nummer eins beginnen. Das funktioniert leider nicht. In der Nacht vom Freitag zum Samstag sind die Kabel der Ampelanlage mehrfach durchtrennt und außerdem so manipuliert worden, dass ein Kurzschluss besteht. Also Totalausfall der roten Lichtsignale für die Aktiven plus der Warnhupe für die Rennleitung. Die schnell eingeleiteten Reparaturen bringen keinen Erfolg, nur die Uhr tickt unbarmherzig weiter. Als entschieden wird, auf Lichtsignale zu verzichten und allein auf rote Flaggen zu setzen, ist weit über eine halbe Stunde verloren. Gleichzeitig wird der Startabstand von 30 Sekunden auf eine Minute erhöht. Das ein verschwundenes Stromaggregat dem rätselhaften, bösen Treiben die Krone aufsetzt, sei hier nur am Rande erwähnt. Aber das ist noch nicht alles, womit sich das Orga-Team des „51. Homburger ADAC Bergrennen“ konfrontiert sieht. Kurz nach Mitternacht fällt zwischen Startlinie und erster Kurve ein Baum quer über die Strecke, am Sonntagnachmittag bläst der zunehmende Wind Bauzäune, an denen Werbebanner befestigt sind, einfach um und damit auf die Piste. Ein weiterer Baum stürzt. Zum Glück im Wald und parallel zur Strecke. Da, wo kein kühlender Windhauch hinkommt, ist es richtig heiß. Am Zuschauerpunkt beim Start entsteht bereits morgens sogar ein kleines Bodenfeuer, das aber schnell gelöscht werden kann. Die aktiven Teilnehmer müssen sich ihrerseits auf veränderte Sichtverhältnisse einstellen. Denn im Abschnitt nach dem Brückchen sind auf beiden Seiten der Straße Bäume gefällt worden.
Ein regelmäßiger, unbeliebter Zaungast, der sich bei den letzten Rennen zum Glück etwas zurückgehalten hat, beschließt ausgerechnet für Homburg, wo die Anzahl der Teilnehmenden ohnehin relativ überschaubar ist, zu verstärkter Aktivität. Gemeint ist damit die Defekthexe, die einfach keine Ruhe geben will. Wer alles ihrem Wirken zum Opfer gefallen ist, das verraten wir euch im Sportteil, der sofort durchstartet.
Im NSU-Bergpokal treten sechs luftgekühlte Heckmotorrenner an. Jörg Davidovic testet dabei einen TT aus den Beständen der Family Hofmann. Mehr als zwei Übungs- plus ein Rennlauf sind Jörg damit allerdings nicht gegönnt. Ihr ahnt den Grund? Richtig! Technische Probleme sind der Auslöser. Aber damit nicht genug. Denn Roman Szott erfreut sich in der Regel eines zuverlässigen Autos. Aber in Homburg ändert die Defekthexe das. Roman muss sich nach dem ersten Race-Heat mit Motorschaden abmelden. Derweil bestimmt Jannik Hofmann das Geschehen an der Spitze, gewinnt gemäß dem Modus „die besten zwei von drei Läufen“ klar mit 11,386 Sekunden Vorsprung. Was dahinter abgeht ist hochinteressant. Denn im Kampf um Klassenplatz zwei, der zugleich der Fight um den Sieg in der Klassik-Wertung ist, geht es super eng zu. Involviert sind hier Walter Voigt und Dieter Kohl. Schlussendlich setzt sich Walter um 1,197 Sekunden durch, allerdins nur 2 Läufe, wegen der Defekthexe im Antrieb. Vierter und damit auch Dritter Klassiker wird Dieter Kirch, der in Homburg sein erstes Rennen in der 25. NSU-Bergpokal-Saison bestreitet.
Und damit zur Division Klassik. Immer noch nicht satt, befällt die Defekthexe auch deren 1400er Klasse. Offenbar hat sie Heißhunger, denn sie führt gleich im Training einen Doppelschlag durch. Gezielt attackiert sie den VW Golf 1 16V von Marcel Hellberg. Sie beraubt diesen seines sechsten Ganges und sorgt obendrein dafür, dass der Öldruck in den Keller fällt. Nach der ersten Übungsauffahrt ist Schluss, womit sich auch das erwartete Duell zwischen Marcel und Armin Ebenhöh erledigt hat. Aufladen muss auch Simon Markert. Die Feindiagnose hat mittlerweile einen Riss im Motorblock des VW Schneider Polo 8V ergeben. Powerschmied Jürgen Schneider arbeitet mit Vollgas am Aufbau eines neuen. Schließlich steht für die Markerts mit Hauenstein das Heimrennen unmittelbar bevor. Ganz vorne in der Klasse richtet sich Armin Ebenhöh (VW Minichberger Scirocco 16V) häuslich ein, bleibt auch nach dem Ausfall von Marcel hochmotoviert, erzielt eine blendende Serie von Top-Zeiten. 1:19,662 ist die beste davon. Dahinter hat Ronnie Bucher im VW Schneider Corrado 16V alle Hände voll zu tun, um Philipp Plein im 8-Ventiler VW Polo hinter sich zu halten. Im ersten Lauf war Philipp sogar 0,718 Sekunden eher oben im Ziel als Ronnie. Erst im zweiten Durchgang kann dieser die Verhältnisse aus seiner Sicht gerade rücken, zieht um zunächst 0,942 Sekunden an Philipp vorbei. Somit besteht das Podium aus dem souveränen Sieger Armin Ebenhöh, Ronnie Bucher auf Position zwei und Philipp Plein als Drittem. Der Letztgenannte bekommt auch den größten 1400er KW 8V-Trophy Pokal überreicht. René Christall beendet sein Homburg Wochenende im Simca Rallye 2 als Vierter, Thomas Grimm (VW Schneider Polo 16V) als Fünfter. 8-Ventiler Platz zwei sichert sich René Christall, Dritter der roten Startnummern wird Youngster Leon Berchem im Citroen AX GTI. Auch am Sonntagmorgen hat die Defekthexe noch, oder schon wieder, Appetit, vernascht im ersten Run fix das Getriebe im VW Schneider Polo von Rookie Luca Fuchs.
Nur ein 1,6-Liter-Pilot hat den Weg ins Saarland gefunden. Das ist Robert Maslonka mit seinem aufgeladenen VW Polo G60. Prompt landet er – wie von den Regeln gefordert – bei den 2000-Kubikzentimeter-Boliden. Bange machen lässt sich Robert dadurch nicht, will unter den 2-Litern nach Kräften mitmischen. Was ihm auch gelingt. Die Rangordnung in der Klasse wird übrigens schon am Samstag hergestellt – sie bleibt auch während des kompletten Sonntags bestehen. Das bedeutet im Klartext: Sieg für Werner Weiss im Ford Escort RS 1800, 4,781 Sekunden vor Marvin Ruwe (VW Minichberger Golf 1 GTI), dem Robert Maslonka als Dritter folgt. Die Ränge vier und fünf gehören zwei KW 8V-Trophy Piloten. Das sind Michael Dandl mit seinem BMW E30 und Michael Rauch im Opel Briegel Kadett. Die logischerweise obendrein Erster und Zweiter der 2-Liter 8-Ventiler-Wertung sind.
Zum Trainingsauftakt besteht die Abteilung bis drei Liter Hubraum aus drei Autos. Doch in der zweiten Probeauffahrt verlässt Michael Ostermann den Pfad der Tugend, setzt das Opel Kadett C Coupé 16V neben die Strecke. Leider nimmt der Kadett so viel Schaden, dass an eine nächtliche Reparatur nicht zu denken ist. Bleiben also noch zwei. Thomas Claus (Opel Kadett C Coupé 16V) und Alexander Wolk im VW Minichberger Golf 2 Turbo. Und, schwuppdiwupp, werden die beiden nach oben in die Klasse über 3000 Kubik gestuft. Dort treffen sie auf das BMW E36 M4 R Coupé, in dessen Cockpit Frank Bamberg sitzt. In der neu geschaffenen Allianz klärt sich die Hierarchie schnell: Alexander Wolk gewinnt 4,605 Sekunden vor Thomas Claus, Rang drei geht an Frank Bamberg.
Lasst uns nun weiter gehen zur Division Performancefactor. Deren 5c bietet einiges an Abwechslung. Gut, okay, nicht auf Rang eins. Weil den zu jeder Zeit Fabian Brügge fest in seinen Händen hält. Gegen den 23-Jährigen und seinen BMW E36 325i scheint im Moment kein Kraut gewachsen zu sein. Betrachten wir gemeinsam die Positionen zwei bis fünf. Nach dem Training heißt die Reihung Helmut Knoblich (Citroen C2), Herbert Schmitz im Opel Astra GSI 16V, Dieter Altmann (Citroen C2) und Florian Wissing mit seinem für 2026 neu erworbenen BMW E36 325i. Nach Lauf eins hat Helmut Knoblich noch immer Platz zwei inne, jetzt aber gefolgt von Dieter Altmann, Herbert Schmitz und Florian Wissing. Die Sortierung nach Race-Heat zwei lautet Helmut Knoblich, Dieter Altmann, Florian Wissing und Herbert Schmitz. Im Finale schlägt die große Stunde von Florian Wissing. Mit einer 1:27,876 sprintet er bis auf Endrang zwei nach vorne. Zeiten unterhalb dieser Marke gelingen nur Fabian Brügge. Hinter Florian Wissing reihen sich Helmut Knoblich, Dieter Altmann und Herbert Schmitz ein.
Würde man für die 5b eine eigene Headline schreiben wollen, könnte diese lauten: „Favoritensieg und Achtungserfolg“ Den Achtungserfolg schafft ex-Motorrad-Racer Roman Ahke mit seinem Opel Corsa B GSI, der vor Jürgen Thieme (VW Lupo GTI) Zweiter wird. Den klaren Sieg heftet Moritz Minichbrerger im Honda Civic Type R an seine Fahnen.
Die 5a-Story ist superkurz. Thomas Flik fährt hier mit seinem Renault Clio 3 Cup auf Position eins vor Joshua Korbach im BMW E36 323ti.
Jens Weber heißt der Gewinner der 4b. Mit seinem 16-Ventiler Opel Kadett C Coupé benötigt er in der Addition 7,134 Sekunden weniger für die zweimal 2600 Meter als Stefan Schäfer (Opel Kadett C Limousine 8V), der sich als Zugabe über den 4b KW 8V-Trophy Pokal freuen darf. Platz drei geht an Berg-Gelegenheitsfahrer Alexander Marx im BMW E36 M3.
In der 4a ist Andy Heindrichs das Maß der Dinge. Mit seinem Opel Wiebe Corsa 16V bringt er regelmäßig Spitzenleistungen, siegt deutlich. In Homburg vor Tim Kleinsorg, der mit dem Family BMW 325i im ersten Lauf kurz durchs Gelände pflügt. Doch drei aus zwei rettet den jungen Mann, der sich final als Zweiter platziert. Auf Rang drei ist Alain Meyer zu finden, der sein ganz großes Aha-Erlebnis im dritten Durchgang hat. Ausgerechnet am Brückchen verteilt sein VW Golf 1 das komplette Kühlwasser auf die Golf-Reifen plus kompletter Fahrbahn. Damit verliert er schlagartig den Grip, rutscht auf der eigenen Nässe kräftig aus. Alain selbst übersteht das Manöver unbeschadet. Allerdings löst er eine riesige Abbinde- und Kehraktion aus. Was unter den 15 noch auf den Start wartenden Piloten verständlicherweise Unruhe auslöst. Die Rennleitung räumt diesen deshalb die Möglichkeit ein, die Verhältnisse am Brückchen selbst in Augenschein zu nehmen. Eine gute Lösung. Allerdings friert der Vorfall leider die Positionen auf dem Stand nach Heat zwei ein. Denn niemand ist fortan am Ende des Bergabstückes mehr im vollen Attacke-Modus unterwegs.
Auch die 3b hat in Homburg Auflösungserscheinungen. Pascal Ehrmann, zwei Probe-Heats lang deren schnellster, muss seinen Subaru Impreza WRX STI anschließend zurückziehen. Vermutlich hatte auch der Besuch von der Defekthexe. Also werden Christian Fouquet (Subaru Impreza WRX STI) und Sabine Göhrig samt Ford Focus ST in die 3a hinauf komplimentiert. An deren Spitze ist die Luft dünn. Ganz besonders zwischen Florian Heß im Porsche 997 GT3 Cup und Local-Hero Kai Neu mit seinem Ford Fiesta NSport, den er seit 2026 einsetzt. Der erste Lauf geht an Florian Heß, der zweite an Kai Neu, der dritte wieder an Florian Heß. Aber das spielt aus den im Absatz zuvor geschilderten Gründen keine Rolle mehr, da in Run drei keine weiteren Zeitverbesserungen gelingen. Florian Heß gewinnt 0,547 Sekunden vor Kai Neu, Platz drei sichert sich Gino Kruhs mit seinem neu erworbenen Cupra Leon Competición TCR. Dahinter laufen die Hochgestuften ein. Christian Fouquet auf der Vier und Sabine Göhrig als Fünfte.
Als bester Tourenwagenpilot belegt Florian Heß Gesamtrang neun. Zweiter der Autos mit Dach ist Alexander Wolk, der TW-Dritte heißt Kai Neu. Die Ränge vier und fünf belegen Andy Heindrichs und Armin Ebenhöh.
Damit ist der siebte Lauf der 38. KW Berg-Cup Saison bereits Geschichte. Bleiben noch sechs Rennen, bei denen die Punktekontos im NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup aufgefüllt werden können. Weiter geht es bereits in weniger als zwei Wochen mit dem Hauenstein Bergrennen des MSC-Rhön (24.-26.07.), wo es mit insgesamt über 200 Nennungen ein richtig volles Haus gibt. 14 Tage später geht die Reise Richtung Norden, nach Osnabrück. Es folgen drei Wochen Pause, bevor mit Oberhallau die ganz heiße, entscheidende Phase beginnt. Die uns über Eichenbühl und St. Agatha zum Finale in Mickhausen bringt. Bitte prüft doch eure Terminkalender, liebe NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup Fans und Freunde, wieviel Rennen da noch mit hinein passen. Wir hoffen, das werden ganz viele sein und freuen uns schon jetzt auf euch.
Uli Kohl, 14.07.2026
