Konzept und Zeitplan des NOBLEND Automobil Bergrennen Esthofen – St. Agatha in Oberösterreich unterscheiden sich deutlich von anderen Veranstaltungen. Klar füllt sich auch dort das Fahrerlager frühzeitig, denn Administrative und Technische Abnahme ist ab Freitagmittag möglich, zusätzlich auch noch am Samstagmorgen. Trainiert wird aber erst ab 11:00 Uhr. Zwei Läufe werden bis gegen 16:00 Uhr auf der 2734 Meter langen, flüssigen Piste durchgeführt. Oben im Ziel ist Platz für das komplette Feld von knapp 200 Rennfahrzeugen aller Couleur. Daher gibt es Rückführungen immer nur für alle Autos gemeinsam. Mit der bewährten Regelung „bergabwärts gesehen gehört die rechte Seite der Straße den Rennautos, die linke den Zuschauern.“ Diese dürfen während der Talfahrt die Strecke betreten und, wenn sie denn möchten, als Wanderpfad nutzen. Das funktioniert prima und kommt an. Das frühe Ende der zwei Übungsauffahrten lässt den Besuchern genügend Zeit für einen ausgedehnten Fahrerlagerbummel. Auch die Schrauber, die ja oftmals in Personalunion die Fahrer sind, können ihre Renner in Ruhe auf den Sonntag vorbereiten. Und sich selbst natürlich auch. Der Race-Day beginnt dann deutlich eher. Ab 08:30 Uhr startet der dritte und letzte Trainingsdurchgang. Nach der Rückkehr ins Fahrerlager bleibt in der Regel eine gute Stunde bis zum Rennstart um 12:00 Uhr. Die Beginnzeiten werden von der Mannschaft des MSC Rottenegg akribisch eingehalten. Man kann die Uhr danach stellen. Dann gibt es gute fünf Stunden Racing pur. Mit 20 Sekunden Startabstand geht Auto für Auto den Berg hoch. Vorfälle werden kompetent und flott aufgearbeitet. Die Entscheidungen fallen in zwei Race-Heats, deren Zeiten zum Endergebnis addiert werden. Um 17:15 Uhr sind die Resultate offizialisiert. Da läuft bereits die Flower-Ceremony für die Besten der Divisionen Tourenwagen und Rennsportfahrzeuge, verbunden mit weiteren Sonderehrungen. Wie zum Beispiel die höchste Geschwindigkeit an der Mutstelle, sprich dem Eintauchen in die früher Steinmauerkurve genannte Passage. Diese Zeremonie läuft vor großem, begeisterten Publikum. Und egal mit wem man spricht, seien es Fahrer, Begleiter, Schrauber, Zuseher, Organisatoren oder Offizielle, alle sind entspannt, gelöst und zufrieden. „Was für ein grandioses Rennwochenende bei Kaiserwetter“ lautet das allgemeine Fazit.
Bevor wir den Sport betrachten, müssen wir noch darauf eingehen, dass in unserem Nachbarland für die Tourenwagen lediglich sechs Performancefactor-Klassen in der Ausschreibung stehen. Punkt. Da unsere Wertungsgrundlagen anders gestaltet sind, bleibt uns nur das in unseren Ausschreibungen verankerte Umwerten auf unser KW Berg-Cup- und NSU-Bergpokal-System. Für die Gruppe Klassik hat das schon der Veranstalter getan, danke dafür! Um die Feineinteilung oder besser ausgedrückt die Unterteilung der Pf-Klassen hat sich Thomas Krystofiak gekümmert. Damit das alles transparent bleibt, könnt ihr beide entsprechenden Listen auf unserer Homepage unter Resultate 2026 einsehen. Sie sind die Grundlage für die folgenden Berichte, weil daran ja auch die Punktevergabe für unsere Serien gekoppelt ist.
So, nun ziehen wir aber den Rennoverall an, setzen den Helm auf und klettern ins Auto. Als erstes stehen die aus dem NSU-Bergpokal bereit. Die Trainingsbestzeit schnappt sich Steffen Hofmann, er ist 0,516 Sekunden eher im Ziel als Korbinian Gast. Für die dritte Zeit sorgt Dieter Kohl. Nach Rennlauf eins liegt Korbinian Gast seinerseits 0,516 Sekunden vor Steffen Hofmann. Dieter Kohl geht im ersten Run die Straße aus, sein TT rutscht mit beiden Vorderrädern von der Piste, sitzt mit der Bodenplatte auf. Kräftige Helfer befreien ihn aus seiner misslichen Lage, er kann die Fahrt fortsetzen, allerdings mit ruinierter Zeit. Uwe Schindler bezieht die dritte Position, liegt auf dieser minimale 94 Tausendstel vor Thomas Krystofiak, der am Samstagnachmittag seinen 1200C noch flugs kürzer übersetzt hat. Im finalen Run zwei wird Steffen Hofmann knappe vier Zehntel schneller. Korbinian Gast kann dagegen seine Marke aus dem ersten Durchgang nicht wiederholen, verliert 1,01 Sekunden. Das bedeutet Sieg für Steffen Hofmann, 0,359 Sekunden vor Korbinian Gast. Der Dritte heißt Uwe Schindler, Vierter wird Thomas Krystofiak. Dieter Kohl bleibt Platz fünf. Als einzigem Teilnehmer mit einem der NSU-Bergpokal Klassikwertung entsprechendem Fahrzeug bleibt ihm von seinem Trip nach Österreich der dafür vorgesehene Sonderpokal.
Damit zur Gruppe Klassik der vor dem Jahr 2000 gebauten Tourenwagen. Die 1,4-Liter sind übersichtlich und beständig sortiert. Vorneweg düst Tobias Mayer im VW Minichberger Scirocco 16V, gefolgt von Nils Abb im 8-Ventiler VW Schneider Polo 2 und Wolfgang Glas mit seinem VW Polo 2 16V. Diese Reihung bildet sich in den Probeauffahrten und hat bis zum Rennschluss Bestand.
Bei den 1600ern läuft es ebenso. Tobias Auchter gibt im Opel Spiess Corsa A GSI 16-Ventiler das Tempo vor. Er gewinnt vor Robert Maslonka (VW Polo G60) und Ronny Hering mit seinem nach den Regularien der früheren Gruppe 2 aufgebauten VW Scirocco 8-Ventiler.
Die 2-Liter machen es den Kollegen aus den Klassen zuvor nach. Poleposition und Rennsieg sichert sich im Opel Minichberger Kadett C Coupé 16V Bernd Ehrle. Platz zwei ist die Angelegenheit von Youngster Marvin Ruwe (VW Minichberger Golf 1 GTI 16V), Dritter und zugleich bester 2-Liter KW 8V-Trophy Teilnehmer ist im Opel Briegel Kadett C Coupé Michael Rauch.
Bei den Fahrzeugen bis 3000 Kubikzentimeter liegt im Training Alexander Wolk im VW Minichberger Golf 2 Turbo vor Thomas Claus. Im Rennen wird Alexander Wolk zum Solisten. Denn Thomas Claus muss sein Opel Kadett C Coupé 16V mit einem technischen Problem in einem Notausgang parken.
Nun, jetzt und hier von der Gruppe Klassik zur Abteilung Performancefactor. Noch bevor wir durchstarten möchten wir darauf hinweisen, dass wir uns im Folgenden ausschließlich um den Verlauf und die Resultate unserer eingeschriebenen KW Berg-Cup Aktiven kümmern werden.
In der 5c dürfen wir Helmut Knoblich zum Gewinn gratulieren. Markus Fink holt als Dritter ebenfalls einen Podiumsplatz. Markus Rothdauscher beendet sein St. Agatha Wochenende als starker Fünfter. Alle drei gerade Genannten waren auf Citroen C2 unterwegs.
Die 5b umfasst 13 Teilnehmer. Moritz Minichberger holt sich mit seinem Honda Civic Type R in überlegener Manier den Klassensieg. Und im Opel Corsa B läuft Rookie Roman Ahke auf Rang elf ein.
Drei der 17 5a-Starter kommen vom KW Berg-Cup. Leopold Gast sichert sich mit seinem Renault Clio 4 Cup den zweiten Platz. Thomas Flik (Renault Clio 3 Cup) gehört Position sechs. Der 5a KW 8V-Trophy Pokal geht an Timo Fritz, der im Opel B Ascona in der Klassenwertung auf Rang 14 geführt ist.
Einen Doppelerfolg gibt es für den KW Berg-Cup in der Klasse 4b zu bejubeln. Jens Weber gewinnt sie im Opel Kadett C Coupé 16-Ventiler vor Maximilian Gast (VW Golf Turbo). Rang sieben ist die Angelegenheit von Josef Faber mit seinem Opel Kadett C Coupé.
Bester KW Berg-Cup Vertreter ist in der 4a Ralph Paulick, der sich im Minichberger VW Golf 1 16V Rang fünf sichern kann. Werner Walser hat St. Agatha als Abschluss seiner 1990 gestarteten Motorsport-Karriere gewählt, wollte hier sein letztes Rennen als aktiver Pilot bestreiten. Leider bleibt es bei einem Trainingslauf. Im zweiten muss er seine Opel Kadett C Limo mit einem Motorproblem kurz nach dem Start abstellen. Zum Glück ist der Schaden überschaubar. Bei Bergrennen werden wir Werner auch weiterhin antreffen, dann allerdings in anderer Funktion. Und sein Kadett wird nach aller Voraussicht in Zukunft ebenfalls dem Berg treu bleiben.
Drei KW Berg-Cup Aktive sind in der 3b mit von der Partie. Das beste Ende hat Pascal Ehrmann für sich, der mit seinem Subaru Impreza WRX STI Vierter wird. Drei Plätze dahinter, auf der Sieben, läuft Daniel Müller im BMW M140i ein. Zu einem Top Ten Platz war Sabine Göhrig unterwegs. Bis sie ein Antriebsproblem beim Start zum zweiten Race-Heat stoppt. Ihrem Ford Focus ST fehlt plötzlich der Vortrieb.
Michael Weber halten rund 950 Kilometer Anreise nicht von einer Teilnahme in St. Agatha ab. Dort trifft er in der 2a auf starke Konkurrenz. Trotzdem gelingt ihm als Neuntem der 14 Starter mit seinem Audi 80 Quattro Turbo ein wirklich achtbares Resultat.
Damit, liebe NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup Fans und Freunde, sind wir am Ende unserer St. Agatha-Nachlese angelangt. Der Fokus liegt nun auf dem großen Finale in Mickhausen. Die Vorschau darauf folgt in Kürze.
Uli Kohl, 30.09.2026
