strasserDie Auflage 2017 – von der alle Freunde des Bergrennsports inständig hoffen, dass sie nicht zur „Final Edition“ wird – war sicher eine der besten der letzten Jahre. Auch Petrus spielte diesmal zumindest einigermaßen mit. Am Trainingssamstag verwöhnte er sogar mit sehr annehmbarem Herbstwetter, ließ es danach allerdings nachtsüber regnen. Das hörte zwar am Sonntagvormittag auf, aber in den Waldpassagen blieb die 2,2-Kilometer-Strecke tückisch feucht, stellte dadurch höchste Anforderungen an die Pilotinnen und Piloten des „Int. 37. ADAC Bergrennen Mickhausen“. 174 davon nahmen die drei Übungsdurchgänge programmgemäß um Punkt 09:30 Uhr in Angriff. Kurz vor halbsieben tauchten die letzten Autos abends wieder ins Fahrerlager ein. Am Sonntag wurde eine Stunde früher aufgerufen und begonnen. Viele rechneten mit einer stark von Unterbrechungen geprägten ersten Auffahrt. Ganz gemäß der Faustformel: „Wird nur auf trockener Piste trainiert und das Rennen startet nass, so sind häufige Ausrutscher vorprogrammiert.“ Dies traf in Mickhausen zum Glück nicht zu. Hier hat wahrscheinlich der Wertungsmodus geholfen. Der vorsah, nur die zwei besten von drei Heats zum Schlussresultat zu addieren. Da für den weiteren Verlauf des Sonntags Wetterbesserung in Aussicht gestellt war, hielt sich die Angriffslust im ersten Run in Grenzen. Erst ab dem Zweiten wurde die vornehme Zurückhaltung abgelegt, was vermehrte Vorfälle nach sich zog. Die aber allesamt glücklicherweise glimpflich verliefen. Bevor wir uns jetzt gleich das Geschehen im Einzelnen betrachten muss unbedingt noch erwähnt werden, dass Mickhausen 2017 wirklich ein würdiger Abschluss der 30. KW Berg-Cup Saison war. Mit einem tollen internationalen Fahrerfeld, das einerseits durch das Top-Prädikat „Int. FIA Hill Climb Cup“ angelockt worden war, andererseits durch den guten Ruf der Veranstaltung des ASC Bobingen. Die für die herzliche Aufnahme des Berg-Trosses im Fahrerlagerort Münster seit jeher bekannt und nicht zuletzt deshalb bei vielen Aktiven echt beliebt ist. Sehr emotional gestaltet sich immer wieder die letzte Talfahrt nach Rennende über die Strecke durch das Spalier der super mitgehenden Fans. Von denen viele auch noch der stimmungsvollen Siegerehrung im Vorstartbereich beiwohnen, die dieses Jahr gegen 19 Uhr beendet war. Der Verlauf eines Rennens mit dem Modus „Zwei aus Drei“ ist schwierig zu schildern. Weil es keine Durchgängigkeit, dafür aber viele Veränderungen gibt. Wie das in den Klassen mit Beteiligung von KW Berg-Cup Aktiven nun genau ausgesehen hat, das wollen wir uns im Folgenden betrachten.

Für die Freunde der Statistik halten wir noch schnell fest, dass 163 Fahrzeuge das Rennen aufnehmen, 159 davon beenden es in Wertung. Im NSU-Bergpokal ist Jörg Höber der Mann des Wochenendes. Er schnappt sich nicht nur die Übungsbestzeit, sondern legt die 2,2 Kilometer auch in jedem RaceHeat am schnellsten zurück. Wobei besonders seine Marke im zweiten Durchgang ins Auge sticht, in dem er dem versammelten Rest der Luftgekühlten mindestens 3,125 Sekunden abnimmt. Hinter dem Sieger Jörg Höber geht es enger zu. Nach Auffahrt eins ist Uwe Schindler Zweiter, aber Jörg Davidovic (P3) und Thomas Krystofiak halten den Anschluss. Erst zum fünftplatzierten Michael Vogel ist die Lücke etwas größer. Der zweite Lauf ändert nichts an den Positionen. Allerdings ist Jörg Davidovic in diesem schneller unterwegs als Uwe Schindler. Dies wiederholt Jörg Davidovic auch in der letzten Auffahrt des Tages. Und zieht damit flugs an Uwe Schindler (P3) vorbei auf die Zwei. Dahinter wird Thomas Krystofiak Vierter. Sein Rückstand auf Uwe Schindler beträgt lediglich 74 Hundertstelsekunden. Position fünf gehört Mike Vogel, der am Rennende Luft nach vorne und hinten hat.

Damit sind wir bei den nach Gruppe H, FS und E1 Technik-Regeln vorbereiteten, stark verbesserten Tourenwagen (TW) angelangt. Trotz des Fehlens des schon länger als Jahressieger feststehenden Teams Thomas Stelberg / Jürgen Schneider darf sich die 1150er Klasse über 11 Teilnehmer freuen. Gäste aus Italien leisten einen großen Beitrag dazu, bringen einen Fiat 500 und zwei Fiat 126 an den Start. Jürgen Heßberger hat am Samstag die Spoilerlippe seines Fiat 127 Sport Martini Racing vorne. Im Schneider Audi 50 ist Tobi Stegmann Zweiter der Probegalopps, Steffen Hofmann im NSU RPM 16V Dritter. Den Sonntag gestaltet Jürgen Heßberger ganz nach seinen Vorstellungen. Er fliegt an der Spitze auf und davon zum Sieg, legt dabei immer ausreichend Abstand zwischen sich und seinen nächsten Verfolger. Das ist permanent Tobi Stegmann, der schlussendlich Zweiter bleibt. Um Platz drei ringen Jörg Eberle im Fiat 127 Super und Steffen Hofmann. Zwei Läufe lang kann sich Jörg auf der dritten Position halten, da er im ersten Run deutlich früher im Ziel war als Steffen. „Zwei aus Drei“ nimmt ihm diesen Vorsprung, da die Auffahrten zwei und drei klar die schnelleren sind. Ihre Addition ergibt Endrang drei für Steffen Hofmann und Platz vier für Jörg Eberle. Der gerade beschriebene Pulk hinter dem Sieger liegt in einem Fenster von 1,233 Sekunden zusammen. Sicherer Fünfter wird Walter Voigt im VW Polo 16V. Das KW 8V-Trophy Podium der 1,15-Liter-Klasse besteht aus dem Gewinner Jürgen Heßberger, dem Zweiten Tobi Stegmann sowie Jörg Eberle auf der Drei. Youngster Markus Werner ist im Ford Fiesta Vierter, Rolf Rauch im Fiat 128 Rally Fünfter.

Das Training der 1400er sieht drei 16-Ventiler vorne. Armin Ebenhöh setzt im VW Minichberger Scirocco überlegen die Benchmark. Einem hoch motivierten Gerhard Moser gelingt im grünen VW Polo die zweitschnellste Zeit. Er liegt 382 Tausendstel vor dem Dritten. Das ist Franz Weißdorn im VW Polo Hayabusa. Im Dauerduell der 8-Ventiler hat Frank Duscher (TP4) die Nase drei Zehntel vor Nils Abb (TP5) mit seinem Schneider Polo. Elektrisierend beginnt der Sonntag. Der erste Führende heißt Armin Ebenhöh. Aber er liegt nur 24 Hundertstel vor Frankie Duscher (P2), der im Fight um die KW 8V-Trophy Vizemeisterschaft unbedingt vor Nils Abb bleiben will. Gerhard Moser ist jetzt Dritter, Nils Abb Vierter. Auf die Fünf hat sich der Schweizer Stefan Schöpfer mit seinem Audi 50 gesetzt. Noch vor Franz Weißdorn, der erst auf der Sechs auftaucht. Da, wie wir bereits wissen, wegen „Zwei aus Drei“ das Rennen erst mit Run zwei so richtig losgeht, machen wir mit diesem ein Reset. Nur Armin Ebenhöh kann davon nicht profitieren, er erreicht nach einem Aha-Erlebnis das Ziel nicht. Aber er fährt den Scirocco mit eigener Kraft zurück ins Fahrerlager, äußerlich betrachtet ist nur der Frontspoiler abrasiert. Helfende Hände und farblich passendes Tape pappen diesen wieder dran, in der dritten Auffahrt ist der Scirocco wieder mit dabei. „Zwei aus Drei“ macht möglich, dass er in der Wertung bleibt. Allerdings fließt in diese jetzt unbarmherzig die Zeit aus dem nassen ersten Heat ein, da beißt die Maus keinen Faden ab. Franz Weißdorn ist nun am schnellsten oben. Aber Gerhard Moser lässt sich kaum abschütteln. Die 8V-Speerspitzen machen es echt spannend: Frank Duscher kann Nils Abb nur zwei Hundertstel abnehmen. Entscheidung also erneut verschoben. Unter den im dritten Heat weiter verbesserten Bedingungen blasen die 16V’s zur Schlussattacke. Armin Ebenhöh krallt sich 55 Tausendstel vor Gerhard Moser die Laufbestzeit. Ihr Tempo kann kein anderer 1,4-Liter mitgehen. Am dichtesten an die Werte von Armin und Gerhard kommt noch Frank Duscher heran, der im dritten Run Drittschnellster ist. Im Klartext bedeutet dies den Klassengewinn für Gerhard Moser, Franz Weißdorn wird etwas über eine Sekunde zurück Zweiter. Armin Ebenhöh verbessert sich noch auf die Drei. Nur 0,155 Sekunden mehr war Frankie Duscher unterwegs. Platz vier und der Sieg in der 1400er KW 8V-Trophy belohnen seinen Einsatz. Nils Abb muss sich für dieses Mal geschlagen geben. Er beendet sein Wochenende auf Klassenrang fünf und als 8-Ventiler Zweiter. Fiat 127 Pilot Stefan Winkler wird Dritter der Sonderwertung, Dominik Schlott Vierter. Der Rookie wird in Mickhausen hart gebeutelt. Erst verendet am Samstag ein Gelenk der Antriebswelle. Doch Frankie Duscher hat ein passendes in seinem Fundus. Das stellt er nicht nur zur Verfügung, sondern baut es auch noch gleich höchstpersönlich ein. Direkt vorm Start zum dritten Rennlauf kollabiert dann das Getriebe, Dominiks Polo muss aufgeladen werden. Eine mögliche Zeit- und Platzverbesserung bleibt ihm so verwehrt.

21766419 1406656649412054 208054217058854809 nDie in der Überschrift getroffene Aussage „flottes Rennen“ gilt übrigens nicht nur für die gefahrenen Top-Zeiten, sondern auch für die Abwicklung. Das Team des MSC Rottenegg liefert zum 30. Rennjubiläum eine perfekte Arbeit ab. Ein Traum sind die Probeheats. Sie beginnen am Samstag erst um 12 Uhr, dies aber minutengenau. 182 Fahrzeuge werden dazu aufgerufen, die beiden Auffahrten auf der flüssigen, ultraschnellen 3,2-Kilometer-Strecke von Esthofen hinauf nach St. Agatha sind schon gegen 16:30 Uhr beendet. Traditionell wird in Oberrösterreich der Sonntag mit einem dritten Trainings-Run begonnen. Dieser startet um 8:30 Uhr. Nach einer Stunde und vierzig Minuten sind alle oben. Mein Block, auf dem ich routinemäßig die wichtigsten Vorfälle festhalte, ist so gut wie leer. Nur ein paar Notizen über das Wetter habe ich hin gekritzelt. Trocken steht da, morgens kühl. Am Samstag wärmt die Sonne das Asphaltband etwas auf, am Renntag hält sie sich oft hinter Wolken versteckt. In Anbetracht der hohen Zahl an Teilnehmern wird der Rennbeginn flugs auf 12 Uhr vorgezogen. Ein weiser Beschluss, denn im ersten Race-Heat wird nun merklich hitziger agiert. Was ein Teil der Betonwandelemente und Leitplanken zu spüren bekommt. Aber es bleibt bei glimpflich verlaufenden Einzelfällen, die Blessuren an den Sicherheitseinrichtungen werden schnell behoben. In der zweiten und letzten Bergfahrt haben sich die Gemüter schon wieder beruhigt, gegen 17:15 Uhr schließt die Startnummer 1, Christian Merli im Osella FA30, mit dem neuen Streckenrekord von 1:02,129 das EXCAPE Autobergrennen Esthofen – St. Agatha spektakulär und würdig zugleich ab.

Wie immer ist die Rückführung ein letztes Highlight, denn Fans und Rennautos teilen sich dabei diszipliniert die Straße. Und begeisterte Zuschauer hatte es auch in 2017 an beiden Tagen reichlich. Ganz genauso wie aktive KW Berg-Cup’ler. 48 davon haben sich an der Reise nach St. Agatha beteiligt. Das ist mehr als ein Viertel des imposanten Gesamtfeldes. Wie es den Einzelnen in unserem rot-weiß-roten Nachbarland ergangen ist, das wollen wir uns nun gemeinsam Klasse für Klasse ansehen.

Bei den leider nur zwei 1,15-Litern der stark verbesserten Tourenwagen (TW) ist lange Zeit heftiges Augenreiben angesagt. Denn Jörg Eberle turnt mit seinem 8- Ventiler Fiat 127 Super frech, fröhlich und frei vor dem Schneider Polo 16V von Thomas Stelberg herum. Dessen Kupplung rutscht, obendrein schwächelt die Differentialsperre. Dennoch verringert Thomas den Trainingsrückstand von 2,7 Sekunden in Rennlauf eins auf nur mehr 27 Hundertstel. Ins Finale geht er voll motiviert, ignoriert die technischen Gebrechen, schafft mit 1:31,60 noch die „last minute Wende“. Sein Siegervorsprung ist allerdings hauchdünn, Jörg Eberle liegt nach 6,4 Rennkilometern nur 169 Tausendstel zurück. Und klar, Jörg ist auch der 1150er KW 8V-Trophy Gewinner.

eichenbhlZum runden Geburtstag ein rundum gelungenes Rennen, besser hätte es für den GAMSC Würzburg am letzten Wochenende gar nicht laufen können. Eine nasse Fahrbahn gab es nur am Trainingssamstag bis gegen Mittag, der Sonntag bot dann echt annehmbares Wetter. Zwar etwas kühl, in der Tendenz aber eher freundlich. An beiden Tagen schaffte die Mannschaft rund um Peter Thumbeck einen pünktlichen Beginn, legte damit den Grundstein dazu, dass alle drei pro Tag geplanten Läufe auf der 3,05-Kilometer-Strecke durchgezogen werden konnten. Trotz der insgesamt 181 teilnehmenden Autos, von denen 47 in der angegliederten Gleichmäßigkeitsprüfung starteten, lag der Schluss des Fahrbetriebes jeweils kurz vor 17:30 Uhr. Die Feiern zum „Fünfzigsten“ beschränkten sich auf den Samstagabend. Im Festzelt, das sehr gut besucht war, erlebten die Gäste ein buntes Programm, zu dem die Eichenbühler Vereine verschiedene attraktive Einlagen beisteuerten. Besonders interessant war für alle Freunde des Bergrennsports sicher der Beitrag der Feuerwehr, an dem Nils Abb federführend mitgearbeitet hatte. In einer gut inszenierten Multimediashow ließ dieser 50 Jahre Bergrennen Unterfranken Revue passieren, wobei die gezeigten Bilder bei vielen Besuchern Erinnerungen auffrischten und Emotionen auslösten. Und damit zurück aus dem Festzelt an die Rennstrecke. Wie immer steigen wir mit dem NSU-Bergpokal, für den Unterfranken der vorletzte Lauf des Jahres war, in die Berichterstattung ein. Elf der luftgekühlten Heckmotorfahrzeuge nahmen daran teil. Der Übungssamstag bot wenig Überraschendes. Jörg Davidovic ließ sich die beste Zeit gutschreiben. Karsten Steinert folgte als Zweiter, dahinter bezog Gaststarter Andreas Reich Position drei. Ihm folgten, eng zusammenliegend, Thomas Krystofiak (TP4) und Uwe Schindler als Fünfter. Der Renntag zeichnete dann ab Platz zwei ein etwas anderes Bild. Uwe Schindler fuhr im ersten Heat auf die Drei vor, setzte sich vor Thomas Krystofiak (P4) und Andreas Reich (P5). Der Letztgenannte hatte in der zweiten Auffahrt ein Problem, vollendete diese nicht. Seinen fünften Rang übernahm Mike Vogel. Vor ihm hatte sich nichts geändert, allerdings war Thomas Krystofiak weiterhin nahe an Uwe Schindler dran. Im dritten und letzten Run schaffte der sehr gleichmäßig agierende Thomas Krystofiak noch die Wende, zog um 0,459 Sekunden an Uwe Schindler vorbei. Der Endstand: Klassensieg für Jörg Davidovic vor Karsten Steinert (P2) und Thomas Krystofiak als Drittem. Uwe Schindler beendet das Rennen auf der Vier, Fünfter ist Mike Vogel.

Und schon sind wir bei den Wassergekühlten angelangt, widmen uns hier zuerst der Klasse bis 1150 Kubik der nach Gruppe H, FS und E1 Technik-Regeln vorbereiteten Fahrzeuge. Die Ränge eins bis fünf dieser Abteilung sortieren sich bereits am Ende des Trainings zum finalen Resultat des Rennens. Im VW Schneider Polo 16-Ventiler fliegt Jürgen Schneider seinen acht Hubraumkollegen auf und davon, holt sich in überzeugender Manier seinen siebten Unterfranken-Klassensieg in Folge. Mit seinem Fiat 127 Sport Martini Racing fährt Jürgen Heßberger auf Platz zwei, Dritter wird Tobi Stegmann im Schneider Audi 50. Er steht anfangs noch unter Druck von Jörg Eberle, der nach dem ersten Heat mit seinem Fiat 127 Super lediglich 15 Hundertstel hinter ihm liegt. Doch mit den weiteren Läufen vergrößert sich der Abstand. So bleibt Jörg Eberle Vierter, Bernd Deutsch wird im Schneider Audi 50 Fünfter. Somit haben wir auch schon die besten vier 8-Ventiler-Piloten genannt. Jürgen Heßberger heißt der Gewinner der 1,15-Liter KW 8V-Trophy. Rang zwei geht an Tobi Stegmann, Position drei sichert sich Jörg Eberle vor Bernd Deutsch, der Vierter ist. Mit Rolf Rauch im Fiat 128 Rally fügen wir den Fünften hinzu.

Umblende zu den 1400ern. Deren Probegalopps versprechen Hochspannung. Franz Weißdorn ist im Nassen mit seinem VW Polo Hayabusa am schnellsten oben. In der zweiten Auffahrt legt Armin Ebenhöh im VW Minichberger Scirocco eine Pirouette auf die nun trockene Fahrbahn. Im letzten Heat holt er sich dann doch noch die Bestzeit, ist dabei aber nur 0,356 Sekunden flotter unterwegs als Franz Weißdorn (TP2). Dahinter bahnt sich die Fortsetzung des 8-Ventiler-Dauerduells zwischen Frank Duscher und Nils Abb an. Frank bezieht die dritte Position, Nils Abb, der Local Hero im Schneider Polo, die Vierte. Auf der Fünf beendet ein nicht wirklich zufriedener Hugo Moser den Trainingstag. Der nach dem Oberhallau-Ausrutscher im Eiltempo reparierte VW Polo 16V liegt nicht so, wie es Hugo gerne hätte. Am Renntag erwischt Armin Ebenhöh den besten Start und fährt ungefährdet zum Klassengewinn, Franz Weißdorn sichert sich Position zwei. Dahinter tauchen nach dem ersten Lauf zwei 8- Ventiler Polo auf. Frank Duscher ist Dritter, Frank Lohmann Vierter. Rang fünf ist die Angelegenheit von Hugo Moser. Der Eichenbühler Lokalmatador Nils Abb ist hinter Markus Hülsmann (P6) erst auf der Sieben zu finden. Sein dritter Gang hat sich verabschiedet, der Rückstand auf Frank Duscher beträgt deshalb fast 3 Sekunden. Sofort wird flink geschraubt und das Reservegetriebe installiert. Leider werden die Mühen nicht belohnt. In Zielnähe platzt auch die Ersatz-Gearbox, Nils ist endgültig draußen. Derweil läuft Nordlicht Markus Hülsmann zur Höchstform auf. Mit seinem VW Golf 16V knackt er die 1:30er-Marke, ist damit Vierter. Diese Position verteidigt er bis ins Ziel des letzten Laufes, hält Hugo Moser (P5) um 1,562 Sekunden hinter sich. Frank Duscher sichert sich den größten 1400er KW 8V-Trophy Pokal, als Sechster der Klasse ist Frank Lohmann Zweiter der 8V’ler. Der Podiumsplatz des Dritten geht an Youngster Dominik Schlott im VW Schneider Polo, Stefan Winkler reiht sich mit seinem Fiat 127 auf der Vier ein.

Wir legen 200 Kubik zu und kommen so zu den 1,6-Litern. Auch in dieser Abteilung werden einige Herrschaften sonntags von der Defekthexe ausgebremst. Vielleicht hat sie am Samstagabend zu ausgiebig am 50-Jahre-Jubiläum im Festzelt teilgenommen und versucht nun irgendwie ihr flaues Gefühl im Magen zu stillen. Im Training gibt sie noch Ruhe und sieht zu, wie Stefan Faulhaber (TP1) im Opel Minichberger Kadett 16V das Tempo diktiert. Ihm am nächsten kommt Andy Heindrichs (TP2) mit seinem Opel Risse Corsa 16V, dicht gefolgt von Erwin Buck im 8-Ventiler Spiess Scirocco. Wolfi Glas fährt seinen VW Minichberger Golf 20V auf Position vier, Helmut Maier ist mit seinem Spiess Golf 16V Fünfter. Gleich zum Rennauftakt saugt die Defekthexe in der zweiten Kurve den Strom komplett aus Wolfis Golf, der prompt stehen bleibt. Die erste Reihung lautet daher: Stefan Faulhaber (P1) vor Andy Heindrichs (P2) und Erwin Buck (P3). Helmut Maier ist nun Vierter, Jürgen Datzer im VW BSM-Scirocco 16-Ventiler Fünfter. Der zweite Lauf bringt keine Veränderungen. Aber im dritten vernascht die Defekthexe noch schnell eine Antriebswelle am Heindrichs-Corsa. Das bedingt eine neue und nun auch endgültige Reihung hinter dem sicheren Leader und Klassengewinner Stefan Faulhaber. Erwin Buck kommt bis auf die Zwei nach vorne, Helmut Maier steigt als Dritter mit auf das 1600er Podium. Die Ehrenplätze gehen an Jürgen Datzer (P4) und die Schweizerin Corinne Pflug, die mit ihrem Toyota Corolla ihr Unterfranken Wochenende als Fünfte abschließt. Leider ist Erwin Buck dort der einzige 1,6-Liter 8-Ventiler, ergo auch der Sieger dieser Sonderwertung.

Dabei hatte das Wochenende im Klettgau gut begonnen. Mit einem problemfreien Trainingssamstag, an den sich leider kein adäquater Rennsonntag anschloss. Ein kurzer Nieselregen sowie verschiedene Vorfälle belasteten den Zeitplan. Dennoch konnten alle Teilnehmer des KW Berg-Cups ihre vorgesehenen drei Rennläufe absolvieren, von denen gemäß der Ausschreibung die beiden schnellsten gewertet wurden.

In der letzten Auffahrt des dritten von vier Startfeldern ereignete sich dann die große Tragödie. Martin Wittwer geriet im oberen Streckenteil über die Leitplanke, sein Peugeot 205 GTI prallte anschließend unglücklich gegen einen Baum. Trotz der sofort eingeleiteten, intensiven Rettungs- und Wiederbelebungsmaßnahmen erlag der 33-Jährige aus dem im Kanton Bern gelegenen Forst noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen. Das Bergrennen Oberhallau wurde daraufhin abgebrochen.

Eine Siegerehrung und Preisverleihung fand aus Respekt vor dem Verstorbenen nicht statt, Resultate waren nach diesem schweren Unglück ohnehin Nebensache. Deshalb wird es auch den gewohnten KW Berg-Cup Rennbericht nicht geben. Die Tagesresultate sind unter http://www.sportstiming.ch/ergebnisse/resultate-2017/ einzusehen, für die KW Berg-Cup Punkteberechnung erfolgt – wie im Vorfeld mehrmals angekündigt – eine interne Wertung zusammen mit den Schweizer E1- Piloten. Der aktualisierte Meisterschaftsstand nach Oberhallau wird in Kürze auf unserer Homepage zu finden sein. Die Gedanken und das tiefe Mitgefühl aller Mitglieder des Berg-Cup e.V. sind bei Martin Wittwers Familie, bei seinen Angehörigen und Freunden, denen wir unser aufrichtiges Beileid aussprechen. Wir wünschen ihnen in der schweren Zeit nach dem schmerzlichen Verlust eines geliebten Menschen und sympathischen, fairen Motorsportlers all die Kraft und Stärke, die sie nun benötigen.

20689842 1639012266110563 7390084260898913025 oDie Einleitung zum Report über das „50. Int. Osnabrücker ADAC Bergrennen“ fällt mir schwerer als ansonsten üblich. Denn ich sehe das Geschehen in der Borgloher Schweiz aus zwei verschiedenen Blickwinkeln. Da ist zum einen der Veranstalter, der sich unheimlich angestrengt hat, um das Jubiläum würdig und in großem Rahmen zu feiern. Also hat er sein schon in den letzten Jahren großes Zusatzprogramm noch um einen Nostalgie-Autocorso am Samstag sowie um eine Fahrerparade am Sonntag erweitert. Schon vor Beginn des Geschehens am 2,030 Kilometer langen Uphöfener Berg wurden alle Fahrer gleich zweimal eingeladen: Am Donnerstagabend zum FunTriathlon-Event auf die neue E-Kart-Bahn Nettedrom und ins Rutschenparadies des Nettebades, Bustransfer und Verköstigung inklusive. Und auch bei der eigentlichen Feier der 50. Bergrennauflage freitagabends im VIP-Zelt waren die Aktiven herzlich willkommen, wurden dort mit Show und Talk unterhalten und so auf das weitere Wochenende eingestimmt.
Um den Zeitplan zu entzerren begann die Abnahme bereits donnerstags, die ersten Übungsauffahrten fanden am Freitag statt. Aber leider meinten es die Gipfelsturmgötter mit dem MSC Osnabrück und den aktiven Pilotinnen und Piloten nicht so besonders gut. Schon kurz nach dem Auftakt des Samstagstrainings begann es zu regnen. Die Vorfälle auf der Strecke häuften sich, eine lange Ölspur musste zeitraubend beseitigt werden. Am Sonntag blieb es zwar bei angenehmen Temperaturen trocken, aber dennoch mussten ungewöhnlich viele Dreher, Ausrutscher und Einschläge abgearbeitet werden. Die 26(!) protokollierten Unterbrechungen schlugen mit knapp vier Stunden zu Buche. Daher blieb es an den beiden Haupttagen für die knapp 190 Rennstarter bei der Minimalanzahl von zwei Läufen.
Damit möchte ich zum Blickwinkel der Fahrer kommen, die teilweise bis zu viele hundert Kilometer weit angereist waren. Und noch am Sonntagabend diese Strecke mit Gespann zurückfahren mussten, um am Montagmorgen wieder ihrem Beruf nachgehen zu können. Für den größten Teil davon war es am Wochenende nichts mit lange schlafen, denn ab spätestens 7:30 Uhr dröhnten die Rennmotoren. Zwischen den beiden Läufen klafften – nicht zuletzt hervorgerufen durch die schon beschriebenen Vorfälle – stundenlange Lücken. Und wer am Beginn einer der zwei Startgruppen dabei war, der musste teils äußerst geduldig auf seine Rückführungen warten. Trotz nur zweier Rennläufe, deren letzter kurz nach 18:00 Uhr beendet war, begann die Siegerehrung deutlich nach 20 Uhr, bis zu ihrem Ende dauerte es weit mehr als eine Stunde. All dies produzierte reichlich Missmut. Aber einfach nur auf den Veranstalter und das Rahmenprogramm zu schimpfen, trifft nicht wirklich des Pudels Kern. Denn die Mannschaft des MSC Osnabrück, die echte Schwerstarbeit leistete, hatte mit dem Freitagstraining und dem stets pünktlichen Beginn alles ihr zur Verfügung stehende ausgeschöpft, um das Riesenfeld so oft wie möglich nach oben zu bringen. Die Problematik dieses Unterfangens sowie die Ausweitung des Showteils waren im Vorfeld nie verschwiegen worden. Außerdem wurde schon sehr früh um Verständnis dafür gebeten, dass in diesem Jahr das Jubiläum im Mittelpunkt stehen würde. In Zukunft wird Organisationsleiter Bernd Stegmann anders planen: „Ab 2018 konzentrieren wir uns an erster Stelle auf den Rennsport!“

Und genau den möchten wir jetzt betrachten, beginnend mit dem NSU-Bergpokal. Am Samstag ist Jörg Höber der Schnellste, er distanziert Jörg Davidovic (TP2) um 1,284 Sekunden. Uwe Schindler gelingt die dritte Zeit, mit etwas Respektabstand folgen Thomas Krystofiak (TP4) und Karsten Steinert auf der Fünf. Die beiden Letztgenannten trennen nur 77 Tausendstel. Den besten Rennauftakt erwischt Jörg Davidovic, 0,328 Sekunden zurück folgt Jörg Höber als Zweiter. Hinter diesem Spitzenduo reihen sich Uwe Schindler (P3), Karsten Steinert (P4) und Thomas Krystofiak als Fünfter ein. Im finalen Heat behalten die beiden Führenden ihre Positionen bei, der Vorsprung von Sieger Jörg Davidovic auf den Zweitplatzierten Jörg Höber wächst allerdings auf 1,047 Sekunden an. Uwe Schindler, der für seinen zweiten Run knapp 3 Zehntel mehr benötigt als für den ersten, wird vom schneller gewordenen Karsten Steinert (P3) noch vom Podest verdrängt, beendet so seinen Osnabrück-Trip als Vierter. Thomas Krystofiak kann den Speed der Spitzenreiter nicht ganz mitgehen, behauptet aber seinen fünften Rang locker.

20375963 1508910739165438 2941509908281275777 nUnd das nicht nur in den verschiedenen Klassen, sondern auch in der TourenwagenGesamtwertung, deren Top-Zwanzig final ausschließlich aus KW Berg-Cup Aktiven bestanden. Doch der Reihe nach. Wetterkapriolen – so wie den Nebel 2016 – gab es diesmal nicht. Die bayerische Rhön zeigte sich von ihrer angenehmen Seite. Immer trocken und mit moderaten Temperaturen gewährleistete sie beim „48. ADAC/MSCRhön Hauenstein-Bergrennen“ am 29. und 30. Juli gleichbleibende Verhältnisse für alle Teilnehmer. Beide Tage zeichnete ein minutiöser Beginn aus, an den sich ein flüssiger Verlauf der jeweils drei Auffahrten anschloss. Besonders erfreulich: Sowohl am Samstag als auch am Sonntag war die Action auf den schnellen 4,2 Kilometern von Hausen hinauf Richtung Hochrhönstraße deutlich vor 17:00 Uhr zu Ende. Die Strecke mit den Schlüsselstellen Jopp-Kurve und Schikane zeigte sich übrigens in einem sehr guten Zustand und ermöglichte schnelle Zeiten. Diese wollen wir uns nun gemeinsam anschauen und darüber berichten, welche KW Berg-Cup‘ler denn am Hauenstein besonders flott und damit erfolgreich unterwegs gewesen sind.

Im NSU-Bergpokal sind dies in der Rhön eindeutig Steffen Hofmann (P1), Jörg Höber (P2) und Uwe Schindler (P3), die sich in der genannten Reihenfolge die Podestränge sichern. Im Training stört Frank Kleineberg noch etwas deren Kreise, ist da Dritter. Aber gleich im ersten Rennlauf ziehen ihn Technik-Gremlins aus dem Verkehr. Um die Plätze hinter dem Stockerl balgen sich fortan Thomas Krystofiak, Mike Vogel und Horst Fleischer. Aber schon im zweiten Race-Heat wird diese Auseinandersetzung entschieden. Thomas Krystofiak bleibt auf Position vier, Horst Fleischer wird Fünfter, Mike Vogel Sechster.

Damit wechseln wir von Luft- zu Wasserkühlung, kommen zu den Klassen der stark verbesserten Tourenwagen (TW) der Gruppen H, FS und E1. Jürgen Schneider ist im VW Schneider Polo 16V der Topfavorit der 1150er Abteilung. Dementsprechend ist er unterwegs, sorgt für die Übungsbestzeit und holt sich mit über 10 Sekunden Vorsprung den Sieg. Auch der zweite Rang ist von Anfang bis Ende fest vergeben. Jürgen Heßberger im Fiat 127 Sport Martini Racing hat außer Jürgen Schneider alle seine Klassenkameraden sicher im Griff. Bernd Deutsch, auf seinem Schneider Audi 50 in den Probegalopps noch Dritter, findet sich zum Rennbeginn plötzlich auf der Fünf wieder. Jörg Eberle (P3/Fiat 127 Super) und Walter Voigt (P4) im VW Polo 16V sind im Formationsflug an ihm vorbei gedüst. Die Abstände sind minimal, aber die eingenommenen Platzierungen haben Bestand. Final liegt Jörg Eberle als Dritter 4,622 Sekunden vor Walter Voigt (P4), dem Geburtstagskind des Wochenendes. Bernd Deutsch (P5) ist nahe dran, aber zwei Zehntelsekunden geben den Ausschlag zugunsten von Walter. Die 1,15-Liter KW 8V-Trophy orientiert sich konzerntreu am Ferrari Doppelsieg in Ungarn. Zwei Fiats sind bei den roten Startnummern vorne dran: Jürgen Heßberger gewinnt vor Jörg Eberle (8VP2) und Bernd Deutsch auf der Drei. Vierter wird Rolf Rauch im Fiat 128 Rally.

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